Der Beaglewelpe weiß noch nicht viel von seiner Bestimmung und wird sich so verhalten wie es Pudel, Dackel und Co in diesem Alter tun. Viel spielen, toben, und noch mehr schlafen

...spielt dabei keine Rolle. Benny war gut auf ein Leben in der Wohnung vorbereitet und machte es uns nicht so schwer mit der Erziehung zur Stubenreinheit. Hier stoßen wir schon auf das erste wichtige Thema!

Beagle werden genauso schnell stubenrein wie jede andere Rasse, wenn man sich an allgemeingültige Regeln hält und der Welpe gut vorbereitet wurde. In Bennys Fall war es insofern einfach,weil er in seiner Welpenstube ungehinderten Zugang nach draußen hatte und so, durch seine Mutter und älteren Mitbewohner lernen konnte, wo ein Hund sich lösen sollte. Ansonsten gilt...Sofort nach dem schlafen, nach dem spielen und nach Mahlzeiten mit viel Feuchtanteil (was beim Welpen noch überwiegt) ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten und besser ein Gang umsonst,als eine nasse Überraschung auf dem teuren Teppich. Beginnt der Welpe nach dem spielen oder fressen und dergleichen schnuppernd und kreisend die Wohnung zu scannen, dann ist es höchste Zeit zu handeln. Man nimmt den Welpen auf und geht mit ihm dorthin wo er sich lösen darf oder soll und lobt ihn nach Vollendung, um ihm zu zeigen, daß er gerade etwas tolles an der richtigen Stelle gemacht hat. Sinnvollerweise raten wir von Handtüchern und Zeitungen innerhalb der Wohnung ab, denn das verlagert zwar die Pfützen und Häufchen an leichter zu reinigende Stellen, aber zieht den eigentlichen Prozess nur unnötig in die Länge. Es geht ja darum, daß der Hund sein Geschäft draußen verrichtet.

Dabei zählt nur Geduld, gutes Timing und etwas Sicherheit, wenns darum geht, die Signale des Welpen richtig zu deuten und wenns nicht sofort klappt, dann sollte man nicht versuchen, es auf dieRasse oder ähnliche Dinge zu schieben. Sollte es mal einen Unfall in der Wohnung geben und man kommt nicht direkt dazu , dann ist es wichtig, nicht zu schimpfen oder zu so drastischen Mitteln, wie Nase in die Pfütze oder das Häufchen drücken, zu greifen. Das ist leider immer noch eine weitverbreitete Unsitte, aber macht keinen Sinn.

Zeitverzögertes schimpfen verbindet der Hund nicht mehr mit der Handlung von vor Minuten oder Stunden und man sollte sich lediglich heimlich darum kümmern alles zu säubern,als sinnlose Schimpfsalven abzufeuern, die den Welpen nur verunsichern und ängstigen. Ein Beispiel dazu: Der Welpe pieselt ins Wohnzimmer und 15min später bemerken wir die Pfütze, während unser Welpe inzwischen genüßlich an einem Kauspielzeug nagt. Wir schimpfen los und der Welpe verbindet es natürlich mit dem was er gerade tut...dem Kauspielzeug...Ergebnis: Er beginnt dieses Spielzeug unter Umständen zu meiden und wir sind daran schuld.

Unsere Erfahrungen dazu waren sehr positv, wobei erwähnt sein muß, daß wir diese Zeit mit Benny unter ungünstigen Bedingungen erlebt haben, nämlich Etagenwohnung (2te Etage) und eiskalter Winter mit viel Schnee. Wir hatten nicht vor, ewig mit Straßenkleidung zu schlafen und bei -15 Grad in der Nacht um 3 Uhr zu warten bis Benny  sich gelöst hat, also legten wir uns ordentlich ins Zeug und Benny wurde in den ersten Tagen nie unbeaufsichtigt gelassen. Er war immer dort, wo wir uns gerade aufhielten und so konnten wir schon auf das leiseste Seufzen reagieren und hatten bald wieder unsere ungestörte Nachtruhe. Ein etwas umstrittender Trick half auch dabei und zwar durfte Benny nach etwa 2 Wochen mit in unserem Bett schlafen. Die Nähe zu uns ließ ihn ruhiger werden und bald schlief er mit uns durch. Den weitverbreiteten Tipp mit der Box für die Nacht haben wir nicht angenommen, weil wir einfach die Meinung vertreten, daß es nicht natürlich ist, wenn ein "Familienmitglied" weggesperrt wird, um nicht in der Nacht mit drückender Blase durch die Wohnung wandern zu können. Das ist keinefalls vermenschlichen, sondern einfach eine Einstellung. Nirgendwo findet ein kleiner Hund mehr Sicherheit, als im direkten Kontakt zu seinen neuen Menschen.

Die ersten Spaziergänge und Erziehungsansätze

Der erste Spaziergang mit dem neuen Mitbewohner wird wohl allen Hundefreunden besonders in Erinnerung bleiben.Man flaniert mit dem kleinen Racker die Straße entlang und platzt bald vor Stolz. Besonders diese ersten Gänge können einem viel über die weiteren Schritte verraten. Ist der Welpe sehr neugierig und mutig oder eher ruhig und anhänglich und weicht uns nicht von der Seite.
Bei Benny haben wir sehr darauf geachtet wie er sich im Hinblick auf seine rassespezifischen Merkmale verhält. Dabei wurde schnell klar mit was für einer Art Hund wir es die nächsten Jahre zu tun haben werden.
Kaum draußen klappte die noch sehr kleine Nase auf den Boden und Benny begann sich durch seine
neue Umgebung zu schnüffeln.



Da wir damals an einer vielbefahrenen Straße lebten, die wir überqueren mußten, um in den nahe gelegenen Wald zu gelangen, war die Leine natürlich ein wichtiger Begleiter.

Der Welpe sollte zur Gewöhnung viel an der Leine geführt werden,aber eben überwiegend dort, wo es später sowieso nötig wird ihn an der Leine zu führen.
Gibt es die Möglichkeit ihn frei laufen zu lassen, dann sollte er das nutzen können.Ein Welpe läuft seinem Menschen hinterher, um nicht zurückgelassen zu  werden und es wird sicher nicht passieren,daß ein so junger Hund zu einer Hetzjagd ansetzt.


Man sollte diese Zeit unbedingt nutzen, um an der Bindung,aber eben auch schon am Gehorsam zu arbeiten.Fehler beginnen meist in dieser Zeit erste Früchte auszubilden und später erwächst etwas,was man kaum oder nur mühsam korrigieren kann.Auch wenn der Welpe sehr verschnüffelt ist,so kann man sich sicher sein, daß er uns mit den Augen verfolgt und jeden unserer Schritte überwacht.
Aufmerksamkeit kann man also schon dadurch erlangen,daß man sich viel bewegt und nicht dadurch,
daß man den Welpen unaufhörlich mit Rufen und Locktönen überhäuft.
Leider erschöpfen sich schon in dieser Zeit viele vorgefertigte Kommandos,weil schon der Welpe lernt,daß auf ein überhörtes "HIER" oder "KOMM" nichts folgt,außer daß der Mensch letztendlich angetrabt kommt und seinen Vierbeiner holt.Wozu also hören?

Benny sollte seine Umgebung genießen,also ließen wir ihn wann immer es möglich war von der Leine und versuchten einerseits aus seinem Verhalten zu lernen,aber auch viele Anfängerfehler von denen wir mehr gelesen haben, als uns  lieb war, zu vermeiden.
Die Körpersprache eines Welpen und Junghundes ähnelt sehr,der eines erwachsenen Hundes wenn es um Witterung oder Sichtung geht.
Nur hat man beim Welpen leichteres Spiel ihn abzulenken, als später beim erwachsenen Hund.


Anfangs spielen Wildfährten keine Rolle,aber man kann dort den Grundstein legen und auch eínen Welpen schon hier und da auf diverse Gerüche aufmerksam
machen um zu erleben, wann aus Neugier echtes Triebverhalten wird.Erkennt man das rechtzeitig dann hat man alle Trümpfe in der Hand um das beste für sich
und den heranwachsenden Hund herauszuholen.
Gewöhnung ist für mich der bessere Weg mit nachhaltigerem Effekt,als das lebenslange vermeiden von Wildbegnungen, was schon durch die mittlerweile urbanen Verbreitungsgebiete vieler Wildtiere eine sehr stressige Angelegenheit werden kann.

Wir haben beste Ergebnisse mit dieser Form der "Frühförderung" erzielt und so gelernt Bennys Verhalten zu lesen und schon dadurch, eine für beide Seiten
entspanntere Qualität erreicht. Gemeinsam mit dem Hund, statt einsam im Wald, mit Angst im Nacken, daß der Hund sich in Gefahr bringt.

Ich verschone die Leser mit detailierten Mehoden, weil wir lediglich eine Richtung vorgeben wollen.  Was jeder daraus macht und welche Wege jeder dabei gehen kann und will, ist natürlich immer sehr subjektiv zu betrachten.
Nur soviel sei gesagt...Es geht nicht immer nur mit Käsewürfeln und Fleischwurst, im Wechsel mit lieben Worten und Streicheleinheiten.
Es geht aber ganz sicher gewaltfrei und ohne den Einsatz von zischenden,piependen oder stromführenden "Erziehungshelfern"

Die schärfsten Druckmittel sind Stimme und Körperhaltung und nur die sollten notfalls beim Hund einen Eindruck hinterlassen.Beagle verstehen uns genauso wie andere Hunderassen es tun würden und nur ihr enormes Selbstbewußtsein läßt hier und da den Hundehalter etwas verzweifeln.Grundsätzlich kann man sich aber sicher sein,daß die großen Ohren sehr wohl unsere Kommandos empfangen. Ein Beagle denkt allerdings vor dem befolgen von Kommandos oft drüber nach, in welchem Verhältnis der Nutzen durch Gehorchen zum Vergnügen steht, das er bei dem hat,was er gerade tut.

Ist das nun Sturheit oder Schläue?

Bald gehts weiter mit dem Text

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